Chronik








Das Gasthaus hat schon turbulente Zeiten hinter sich.


Chronik des Gasthaus zum Trauben WeinfeldenDer Trauben in Weinfelden, Schwerpunkt des alten Dorfkerns, ist ein historisches Wirtshaus von bemerkenswertem Range. Vor und in diesem Gasthofe diskutierte man in den verflossenen Jahrhunderten die wesentlichen Probleme der Thurgauer Politik. Von hier aus sind die meisten entscheidenden Umwälzungen in der Kantonsgeschichte ausgegangen. Auf der "Frei-" und zugleich "Freiheitstreppe" des Trauben sprachen 1798 Paul Reinhart und 1830 Thomas Bornhauser zum Thurgauer Volke.Schon 1398 stand am heutigen Rathausplatze ein kleines Wirtshäuslein. In der Jahresrechnung 1636/37 des Obervogtes(Weinfelden gehörte seit 1614 der Stadt Zürich) ist die Rede von der "Herrschaft Wirtshus, so man nemptt das kleini Zehnthus". Und schon im folgenden Jahr wird ein Hans Suter als Traubenwirt auf dem kleinen Zehnthaus bezeichnet. Suter und "sein immer betrunkenes Wybli" hatten das Lehen bis gegen 1670 inne. In seine Zeit fiel der völlige Umbau des sich in bedenklichem Zustande befindlichen Gebäudes. 1649 ist das Baujahr des heutigen "Trauben".- Ab 1710 erscheinen auf dem Trauben immer Lehensleute aus dem Geschlechte der Brenner. Diese Familie gab der Gemeinde Weinfelden eine ganze Reihe von Amtsleuten. Man findet da Traubenwirte als Ammann, Richter, Ratsmitglied, Kirchenpfleger und Quartierschreiber.- Höhepunkt in der Traubengeschichte bildeten natürlich die Landvogts-und Obervogtshuldigungen, die ersteren alle zwei, die letzteren alle sechs Jahre.- Die Gerichtsherrenstube im ersten Stock, geschmückt mit Butzen-und Wappenscheiben, atmet den Geist der vergangenen Jahrhunderte. Bald nach der Erbauung des Gasthofes wechselte der thurgauische Gerichtsherrenverband vom Rathaus in diesen kleinen Saal hinüber. Jährlich tagte hier sein "Generalkongress". Kurz vor der Französischen Revolution erfuhr der Trauben eine Rangerhöhung: Die Zürcher bestimmten das Gebäude zumAmtshaus der Herrschaft. Hier fanden nun die Gerichtsverhandlungen statt und hier verwahrte man den Gerichtsstab. Nach der Veräusserung des Trauben durch Zürich im Jahre 1808 war das Gasthaus immer in privaten Händen, bis ihm 1956 der Abbruch drohte. Glücklicherweise konnte dieser verhindert werden. Die Traubenstiftung übernahm das Gebäude, renovierte es gründlich und stilgerecht und übergab es 1961 wieder seiner ureigensten Bestimmung. 1981 wechselte das Gasthaus nochmals seinen Besitzer, die Bürgergemeinde Weinfelden.

Hermann Lei senior

Seither wurden etliche Renovationsarbeiten vorgenommen und die Bürgergemeinde investiert regelmässig in dieses historische Gebäude.Unser Festsaal wurde im September 2012 sorgfältig und modern renoviert. Wir sind seit 1986 Pächter auf dem Trauben. Jürg absolvierte schon seine Kochlehre hier.